Freunde des Fasanenplatzes
„Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es.“ (Erich Kästner) — Unser Verein gestaltet den Fasanenplatz in Berlin-Wilmersdorf weiter um, mit hoher Aufenthaltsqualität und städtebaulichem Niveau. Er soll gepflegt und in gutem Zustand erhalten werden.


Aus der vernachlässigten Brache soll wieder ein Kleinod werden
Johann Anton Wilhelm von Carstenn-Lichterfelde entwarf den Platz 1870 im Rahmen eines groß angelegten innerstädtischen Ensembles von Straßen, Plätzen und repräsentativen Bauten (Carstenn-Figur). Doch der Fasanenplatz, ein städtebauliches Kleinod, verkam zu einer ungepflegten Restfläche. Vor dem Hintergrund der Geschichte dieses Platzes streben engagierte Bürger mithilfe des Grünflächenamtes eine verschönernde Gestaltung und eine Aufwertung als Schmuckplatz an.

Die Unterstützer
Foto: Stadtrat Oliver Schruoffeneger (in der blauen Jacke) und Jochen Flenker (rechts daneben), Leiter des Fachbereichs Grünflächen im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf, anlässlich der Inbetriebnahme der restaurierten Brunnenstele auf dem Fasanenplatz im Mai 2025
Dank der Initiative von Karin Kampmann, die sich über den trostlosen Anblick des Fasanenplatzes direkt vor ihrer Haustür ärgerte, konnte am 30. Juli 2025 der gemeinnützige Verein „Freunde des Fasanenplatzes" mit 14 Mitgliedern gegründet werden. Ohne die tatkräftige Unterstützung durch Oliver Schruoffeneger, Stadtrat für Ordnung, Umwelt, Straßen und Grünflächen, und den Leiter der Abteilung Grünflächen im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, Jochen Flenker, wäre das Projekt nicht zu stande gekommen. Aber auch nicht ohne den Landschaftsarchitekten Christian Meyer. Er brachte sein Wissen für die Neugestaltung des schattigen und komplett durchwurzelten Platzbodens ein: Hochbeete waren die Lösung.
Das Projekt hätte ebenfalls nicht beginnen können ohne die Spenden der Anwohner, ohne die Unterstützung der Geschäftsleute und weiterer Freunde des Platzes. Danke dafür!
Danke an alle, die helfen
Peer Mock-Stümer, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, hat immer die richtigen Ideen, wenn es irgendwie klemmt.
Zwei wichtige Stützen des Vereins – ohne die er nicht funktionierte sind Ditta Reichardt als Schatzmeisterin sowie Botho von Senger, der als 2. Vorsitzender mitplant und mitarbeitet. Ihm verdanken wir auch die Gestaltung der Web-Seite.
Als Unterstützer der ersten Stunde setzen sich Dr. Melene Bahner und Luca Bahner mit ihren kreativen Ideen für Plakate und andere
Kommunikationsmittel sowie die farbliche Gestaltung ein.
Danke an Herrn Prof. Rolf Lieberknecht, sein Kunstwerk, die Wasserstele, wurde dank seiner Hilfe grundlegend saniert - nach 8 Jahren Stillstand schafft das leise plätschernde Wasser ein angenehm feuchtes Mikroklima.
Ohne das Haus der Berliner Festpiele, vertreten durch Claudia Nola (stellvertretende Intendantin) und Matthias Schäfer (technischer Leiter), das uns mit Mobiliar und Technik aller Art versorgt, wäre keines unserer Feste möglich.
Das Restaurant Culaccino mit seinen freundlichen und engagierten Mitarbeitern unterstützt uns ebenfalls bei jedem Anlass mit erstklassiger Bewirtung.
Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch folgende Unterstützer: Galerie Friese, Rum Trader, Manzini, Meraki, Meet You, F37 sowie Björn Scheffler und René Bartz im Team des Gartenarchitekten Christian Meyer.
Unsere Öffentlichkeits-Kontakte helfen ebenfalls: Journalistin Brigitte Schmiemann; Presse: Anne Laxy, Laxy PR, laxy@laxypr.de
Fazit: Eine Idee ist nur so gut wie die Unterstützer drumherum. Danke also an alle.
Die Aktivitäten umfassen:
Planung des Platzes
Herstellung und Durchführung des Baus der Hochbeete
Bepflanzungen der Hochbeete und Teile der Fläche
Veranlassung und Begleitung der
Restaurierung der Brunnenstele (Künstler: Prof. Rolf Lieberknecht)
Spendenaktionen wie „White Dinner“, gemeinsames Singen, Kunst- versteigerungen
Anwerben von Sachspenden und Equipment für Veranstaltungen bei den Geschäften und Restaurationen (Culaccino, Rum Trader, Tillmann) der Umgebung, den Berliner Festspielen und Privatpersonen.
Veranlassung der Restaurierung der Sitzbänke, zus. Ausstattung (angestrebt sind mehr Mülleimer möglichst in Grau).
Regelmäßiges Wässern und Reinigen der Flächen.
Gärtnerische Pflege wie Neupflanzungen, Beschnitt, Neu-Aussaaten, sowie Probepflanzungen.
in Bearbeitung/geplant
Zwei weitere Hochbeete aus Cortenstahl wurden im August '26 aufgestellt und Anfang Oktober bepflanzt.
Am Samstag, d. 5. Oktober fand das wunderbare "White Dinner" statt, es kamen um die 90 Personen, alle in weiß gekleidet, um 18:00 begann ein mitreißende Jazzkonzert mit
Die orangefarbenen Mülleimer sollen durch graue ersetzt werden. Zusätzliche Mülleimer sind dringend erforderlich. Hier muss allerdings noch weiter Überzeugungsarbeit bei der BSR geleistet werden.
erledigt
Die Brunnenstele musste aufwendig saniert werden, jetzt fließt sie wieder und ist mit Maigrün (Lonicera nitida) eingefasst.
Die beiden Elektrokästen sind in den Farben der Bänke lackiert worden.
Alle sieben Sitzbänke wurden saniert.
Der Feuermelder ist gereinigt — übrigens ein historisches Gusseisenexemplar, von dem es nur noch ein knappes Dutzend in Berlin gibt.
Mithilfe einer Gruppe afrikanischer Jugendlicher, die im Rahmen eines Austauschs aus Kamerun zu Gast in Charlottenburg-Wilmersdorf waren, wurden bei einem Urban-Gardening-Projekt zwei Flächen um die Holunderbüsche herum angelegt und bepflanzt. Die Kooperation kam zustande durch das Grünflächenamt des Bezirks.

Geschichte des Platzes I
Der Name der Straße und des Platzes erinnern an die Fasanerie die "der Alte Fritz", König Friedrich II. (1712-86), in dem nörd-östlichen Gebiet der heutigen Fasanenstraße am Tiergartenrand anlegen ließ, woraus bekanntlich 1841 der Zoologische Garten hervorging. Heute gibt es eine Vielzahl an Fasanen aus aller Welt in den Volieren des Zoos, wir haben uns den besonders schönen blauen Fasan aus Vietnam als Emblem genommen.
Im folgenden Anmerkungen zur Geschichte des Platzes und seines Viertels:
Die Gründerzeit
Als Berlin im Zuge der Gründung des Deutschen Reichs 1870 zur Hauptstadt wurde, begann eine stürmische Entwicklung der Stadt. Durch den enormen Bevölkerungszuwachs (1870 bis 1920 - Stichwort Groß-Berlin - wuchs die Stadt von 800.000 auf 3,7 Millionen Einwohner), es folgte der in Deutschland als Gründerzeit bekannte Bauboom, der die deutschen Städte bis heute prägt. Aufbauend auf dem Hobrecht-Plan von 1852, jedoch weitaus spekulativer und rücksichtsloser als darin gedacht, entstand dabei rund um die alte Stadt der „Wilhelminische Großstadtgürtel“, die berühmt-berüchtigte "Größte Mietskasernenstadt der Welt".
Charlottenburg und Wilmersdorf, das eine noch Residenzstadt, das andere im Grunde noch ein großes Dorf mit vereinzelten Villenquartieren, wuchsen im späten 19./ frühen 20. Jhdt. innerhalb von 30 Jahren in Nachbarschaft zu Berlin, als eigenständige Städte mt zu den reichsten Kommunen im Deutschen Reich heran.
Terrain-Gesellschaften und Bodenspekulanten, aber auch philantropische Gründer planten die Straßen, Blöcke und Häuser mit ihren aufwändigen und repräsentativen Putz- und Stuckfassaden.
Ein solcher Gründer war Johann Anton Wilhelm von Carstenn-Lichterfelde, der auf seinem erworbenen Land städtebaulich prägnante Anlagen, Achsen, Plätze, Promenaden usw. mit hochwertigen Wohnhäusern plante. Er wusste, wonach das neue Bürgertum verlangte.
Es war den Bauherren oft wichtig, in der Nähe der neu errichteten Häuser eine grüne Fläche, einen Platz, einen Schmuckplatz oder auch einen Park anzulegen. Damit wurde aktiv um Mieter geworben. Von diesen Plätzen gab es zur besten Zeit um die 130 in Berlin. Beispiele sind der Mierendorffplatz, der Brixplatz, der Ludwigkirchplatz und der Viktoria-Luise-Platz. Charlottenburg konnte sich dabei besonders glücklich schätzen, denn es hatte in dem Gartenarchitekten Erwin Barth (geb. 1880 in Lübeck, gest. 1933 in Berlin) einen Gartendirektor, der den Nutzen und das Künstlerische miteinander zu verbinden wusste. (1912 bis 1926, von da an bis 1929 Gartendirektor von „Groß-Berlin“).
Der Gedanke der zur Carstenn-Figur führte (siehe Plan und Luftbild oben), war es mit seinen halbrunden Nord-, bzw. Südstraßen

Geschichte des Platzes II
einen hohen Wiedererkennungswert zu schaffen (in Anlehnung an aristrokatische Planungen) und, deren Eckpunkte als Schmuckplätze zu konzipieren (Fasanen,- Nürnberger -, Prager - und Nikolsburger Platz).
Zentrale Achse der Anlage war die großzügig angelegte und schmucke, nicht von ungefähr so benannte, Kaiserallee.
Nach dem Krieg, wurde die Allee im Rahmen des Dogmas der ´ "autogerechten Stadt" ausgebaut, eine riesige, 6-spurige Schneise, mit enormen Kreuzungen, Tunnelrampen und beziehungslosen Neubauten unterschiedlichster Art, die heutige Bundesallee. Der Zusammenhang der Carstenn-Figur wurde dadurch zerstört.
Heute sind diese Plätze mehr schlecht als recht erhalten, das besondere am Fasanenplatz aber ist einmal, dass er früher eher ein gestalteter Kreisverkehrsplatz mit diagonal durchfahrender Tram war, zum anderen das er heute als einziger der vier Plätze über eine fast vollständig erhaltene Altbebauung verfügt, wodurch er sich den Charakter dieser räumlich so klar definierten Plätze erhalten konnte.
Das Viertel
Fasanenstraße, Fasanenplatz - die Gegend entwickelte sich früh zu einem bevorzugten Wohnort. Die Häuser folgten im Prinzip der Genese des Berliner Mietshauses, nur prachtvoller.
Man sieht das den Häusern heute von außen oft nicht an, denn mehrere Entstuckungs-Kampagnen ließen nur vereinzelt die gern auch überladenen Stuckaturen entfernen. Das Eckhaus an der Meierotto-, Ecke Fasanenstraße z.B., mit den zwei Erkern zeigt noch die alte Stuckverkleidung, das Haus gegenüber an er Ecke ist außen vom Stuck befreit (die Moderne verachtete den Fassadenschmuck). Und nach dem Krieg wollte und konnte man oft den Stuck nicht wiederherstellen.
Die typische Bauart dabei zeigt das Vorderhaus mit Seitenflügel(n), dazu ein Garten- oder Hinterhaus. Manchmal gibt es auch noch weitere Flügel, die sich anschließen. Die tiefen Grundstücke wurden mit fünf Geschossen um enge Höfe dicht bebaut. Eine Mischnutzung von großen und kleinen Wohnungen, Remisen, Werkstätten, Läden usw. zeitigte die berühmte „Berliner Mischung“.
Die Vorderhaus-Wohnungen sind groß, sie reichen bis in die Seitenflügel oder sogar bis zum und ins Hinterhaus hinein. Die Decken sind hoch, die Ausstattung üppig (opulente Vertäfelungen, Stuckdecken bis zu Blattgold-Applikationen) und technisch damals auf der Höhe der Zeit.
In den kleineren Wohnungen wohnen weniger betuchte Mieter. In die unteren Etagen gelangt selten direktes Sonnenlicht und bis auf einen obligatorischen Baum im Hof gab es sonst kaum Grün.
Berlin-W (West) war ein bevorzugter Wohnort auch für Künstler, der nahe Kurfürstendamm war die Straße an

Geschichte des Platzes III
der sich der neue Reichtum und die Moderne Zeit am stärksten manifestierten (Geschäfte, Automobile, Theater, Kinopaläste).
Viele Gendenktafeln an den Häusern erinnern heute an berühmte Künstler, aber auch Politiker und Prominente im allg. die einmal in diesem Viertel lebten (Bertolt Brecht, Gerhart Hauptmann, Herwarth Walden, Else Lasker-Schüler, Heinrich Mann und Mascha Kaléko).
In bitterem Zusammenhang damit erinnern heute unzählige „Stolpersteine“ an die Menschen die von den Nazis verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Vor dem Haus in der Pariser Straße 11, liegen 28 Stolpersteine.., - hier vergegenwärtigt sich die Geschichte auf das eindringlichste, eine fortwährende Mahnung aber auch Erinnerung an die Opfer des Irrsinns, dem Deutschland verfallen war.
Der Platz
Der Fasanenplatz war wie beschrieben kein Schmuckplatz an sich, denn früher fuhr die Straßenbahn quer über den Platz, was auf dem alten Foto gut zu erkennen ist. Es gab ein Pissoir, eine Litfaßsäule, Schienen, Grüninseln und flache Gitter (früher betrat man die Grünflächen nämlich nicht). Die Tram wurde in den 60er-Jahren in West-Berlin abgeschafft, der Platz wurde umzäunt und geriet in Vergessenheit, nominell ist er bis heute Straßenland. Die jungen Bäume parallel zur Tramlinie, auf dem alten Foto gut zu erkennen, wuchsen zu den heute großen Linden heran.
Niemand kümmerte sich jedoch um den Platz, er verkam zu einer mit struppigem Ruderalgrün bedeckten Restfläche und unansehnlichen Hunde-Abort.
Die neun Meter hohe Brunnenstele aus Edelstahl und Glas, die 1989 errichtet wurde, brachte noch mal etwas Leben an den Platz, aber auch sie wurde nach und nach vernachlässigt.
Bis 2023, als die Anwohnerin Karin Kampmann ihre Initiative startete, aus der sich der Verein „Freunde des Fasanenplatzes“ bildete und der heutige Zustand erreicht ist. Es ist aber natürlich ein „work in progress“, denn es gibt noch viel zu tun.
Um das größere Bild zu zeichnen: Im Einklang mit den Zielen der Stadtplanung und des Grünflächenamtes haben wir mit der Schaffung der schmückenden Hochbeete, den kuratierten Maßnahmen am Mobiliar, der Arrondierung einzelner Büsche und dem Brunnen-Geviert, mit einem mehr an Aufenthaltsqualität und pflanzlicher Vielfalt, nicht nur einen schönen Ort gewonnen, sondern auch durch die sozialen Aktivitäten mit Festen, Spendenaktionen und gemeinschaftlichen Aktionen Identität und Teilhabe der Stadtgesellschaft gestärkt.
Wir entwickeln die Gestaltung des Fasanenplatzes fortwährend weiter.
Spenden sind deshalb immer willkommen (und auch dringend nötig)!
Galerie Feste am Fasanenplatz
v.l.n.r.:
unser Symbol, der Fasan Köstlichkeiten vom Restaurant Cullaccino, Fasanenstr. 40 Monella Caspar, Tlat Erdogde, Orkus Topat vom Restaurant Manzini, Ludwigkirchstr. 11 Elias vom „Beaux Fruits“, Ludwigkirchstr. 2 Charlotte Fedkte vom Rum Trader, Fasanenstr. 40 Mario Culaccino vom gleichnamigen Restaurant
Impressionen
Eine Fotoauswahl von Aktionen, Spendenfesten, Bauphasen, Kunst-Versteigerungen, Besucherbetreuung, u.a.m.

Planung der Hochbeete, Durchwegungen, Ergänzung von Bänken und Mülleimern
Unterstützen Sie uns - den gemeinnützigen Verein „Freunde des Fasanenplatzes“ - mit Ihrer Spende. Damit können wir den Schatten spendenden Schmuckplatz weiter gedeihen lassen.
Bankverbindung:
Freunde des Fasanenplatzes - FdF e.V.
Berliner Sparkasse
IBAN: DE31 1005 0000 0191 6138 78
(Anm.: Bis 300,- € genügt dem Finanzamt der Zahlungsbeleg mit Namen und Adresse. Für höhere Spenden erhalten Sie eine Spendenquittung.)
Prominentes findet sich in der Nachbarschaft
Gottfried Böhm heißt der berühmte Architekt, dessen Eckhaus mit den charakteristischen Erkern den Platz seit 1984 verschönert. Böhm ist der einzige deutsche Achitekt der einen Pritzker-Preis bekommen hat (sowas wie der Nobel-Preis für Architekten). Das Haus sollte schändlicherweise einmal abgerissen werden. Die Proteste der Bewohner und der Öffentlichkeit haben es schließlich gerettet.

Denkmäler am Fasanenplatz
Der Fasanenplatz ist gesäumt von Häusern, die aufgrund ihrer baugeschichtlichen Bedeutung unter Denkmalschutz stehen.
v.l.n.r.
Atrium- Halle des Böhmhauses, 1981-84, Gottfried Böhm, Hans Linder, Harald Thomä, Franz Kilian (Architekten)
ehem. Lehrerhaus des Joachimsthalschen Gymnasiums, 1878, Entwurf Friedrich Kleinwächter (Architekt)
Mietshaus Ecke Meierottostr. 1, 1899, Entwurf Hermann Schmidt (Maurermeister)
Mietshaus Fasanenstr. 39, 1902, Entwurf Hans Grisebach (Architekt )
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